Die Reinigung ist erledigt, die Kanne ausgespült – und dann landet sie geschlossen im Schrank. Das ist der Moment, in dem viele Geruchsprobleme entstehen, nicht beim Befüllen oder Benutzen.
Eine Thermoskanne, die feucht und verschlossen gelagert wird, entwickelt binnen weniger Tage einen muffigen Geruch. Das ist keine Frage der Reinigungsqualität, sondern der Lagerung danach.
Warum feuchte Lagerung das Problem ist
Im Inneren einer geschlossenen, noch feuchten Kanne herrschen ideale Bedingungen für Bakterien und Schimmelsporen: Feuchtigkeit, Dunkelheit, keine Luftzirkulation und oft noch Restspuren von organischen Substanzen aus dem letzten Getränk. Was nach ein paar Tagen als Geruch wahrnehmbar ist, hat sich in dieser Zeit langsam aufgebaut.
Das Gleiche gilt für den Deckel: Wer ihn aufgesetzt lässt, während die Kanne noch feucht ist, verschließt die Feuchtigkeit aktiv im Inneren.
Richtig trocknen nach der Reinigung
Nach dem Ausspülen kurz ausschütteln, dann die Kanne offen und umgekehrt – also mit der Öffnung nach unten – auf ein Küchentuch oder ein Abtropfgitter stellen. So läuft das restliche Wasser ab, statt am Boden zu stehen.
Den Deckel separat ablegen, nicht aufsetzen. Wenn der Deckel zerlegbar ist, die Einzelteile auseinandernehmen und ebenfalls offen trocknen lassen.
Wie lange? Das hängt von der Luftfeuchtigkeit und der Raumtemperatur ab. In der Regel reichen zwei bis vier Stunden, um das Gröbste zu trocknen. Wer die Kanne über Nacht offen stehen lässt, ist auf der sicheren Seite.
Lagern: offen oder geschlossen?
Wenn die Kanne längere Zeit nicht benutzt wird – also Tage oder Wochen – sollte sie offen gelagert werden. Entweder mit abgenommenem Deckel oder mit leicht aufgesetztem, aber nicht verschlossenem Deckel, damit Luft zirkulieren kann.
Wer die Kanne täglich nutzt, muss nicht jedes Mal eine Trocknungsprozedur einhalten. Aber auch hier gilt: nicht feucht verschließen und im Schrank lagern. Kurzes Ausschütteln und offenes Abstellen für eine Stunde macht bereits einen spürbaren Unterschied.
Der richtige Lagerort
Schränke mit wenig Luftzirkulation – besonders enge Küchenschränke, in denen die Kanne zwischen anderen Gegenständen eingeklemmt steht – sind schlechtere Lagerorte als eine offene Ablage oder ein Regal. Das klingt nach einem kleinen Detail, fällt aber bei längerer Nichtnutzung deutlich ins Gewicht.
Wer die Kanne längere Zeit nicht benutzt und sie dann wieder herausnimmt, kennt den typischen Geruch: nicht scharf, aber stickig und leicht modrig. Das ist das Ergebnis von Wochen ohne Luftzirkulation. Mit einer offenen Lagerung lässt sich das vollständig vermeiden.
Ein Trick für den Alltag
Wer dazu neigt, die Kanne direkt nach dem Ausspülen wegzustellen, kann sich einen einfachen Ablauf angewöhnen: Kanne ausspülen, umdrehen, fünf Minuten abtropfen lassen, dann offen abstellen bis zum nächsten Gebrauch. Der Deckel kommt separat daneben. Das dauert keine Minute und verhindert die häufigsten Geruchsprobleme zuverlässig.
Bei Kannen, die schon einen leichten Geruch entwickelt haben und trotz Reinigung nicht neutral riechen, lohnt sich ein Blick auf die Ursachen und Lösungen bei hartnäckigen Gerüchen – meistens steckt das Problem im Deckel, nicht in der Kanne selbst.
Und wer eine Kanne längere Zeit nicht benutzt hat und sie nun wieder in Betrieb nehmen möchte, findet im Artikel zu Thermoskannen die lange nicht benutzt wurden konkrete Schritte für den Neustart.